Mein erster Eindruck von Sambia

16 Mrz
Victoria Falls Bungee Zimbabwe Zambia-2

Claudia & ich

Seit 10 Tagen bin ich schon in Afrika, doch es erscheint mir viel länger, da ich während dieser kurzen Zeit sehr viele neue, interessante Eindrücke sammeln konnte. Am 4. März flog ich von Zürich nach Johannesburg, wo ich mich mit Claudia getroffen haben. Zusammen sind wir nach Lusaka (Hauptstadt von Sambia) geflogen. Als ich um 17.45 Uhr aus dem Flugzeug stieg, kam mir ein warmer Wind entgegen. Für die 25 Grad war ich definitiv zu warm angezogen. Wir übernachteten in Lusaka, da es zu spät war, um noch nach Kabwe (Praktikumsort) zu reisen. In der Schweiz wären die 140 km, welche zwischen Lusaka und Kabwe liegen, ohne Probleme machbar gewesen. Doch in Sambia sind die Strassen in einem schlechten Zustand und es ist sehr gefährlich, nach der Dämmerung noch Auto zu fahren.

Am nächsten Tag, als wir endlich in Kabwe ankamen, war es schon fast wieder an der Zeit Feierabend zu machen. Dennoch konnte ich einen kurzen Einblick vom Projekt gewinnen. Das Hospice, das Platz für 16 Patienten hat, ist sehr tragisch. Die Patienten leiden an Aids und/oder Tuberkulose. Sie sind völlig abgemagert, da ihnen das Geld fehlte, um überhaupt Nahrung zu kaufen. Oftmals haben  diese Menschen nur eine Mahlzeit pro Tag und diese besteht fast ausschliesslich aus Nshima (wie Polenta, ausser aus dem Kolben vom weissen Mais). Im Hospice bekommen die Patienten kostenlos drei Mahlzeiten, Medikamente und eine fürsorgliche Pflege.

Gestern haben wir einen älteren Mann in einem Armenviertel abgeholt und ins Hospice gebracht. Er war vom Urin völlig nass, da sein Katheter nicht mehr richtig in der Blase lag. Die Familie lebt in einer kleinen Hütte, gekocht wurde draussen, es hatte nur eine Pfanne und ein Feuer. Dieser Grossvater muss seine Enkelkinder grossziehen, da deren Eltern verstorben sind. Doch wie will jemand, der über keine finanziellen Mitteln verfügt, nicht lesen und schreiben kann und selber krank ist, sich noch um Grosskinder sorgen? Eine Enkelin ist zwölf Jahre alt, geht erst seit kurzem zur Schule (jeden Tag 4 Stunden Fussmarsch) und ihre ältere Schwester zwang sie zur Prostitution. Da läuft einem ein Schauer über den Rücken, wenn man dieses Mädchen ansieht und deren Geschichte kennt. Mit minimalen Kräften ist der ältere Mann in das Fahrzeug vom Hospice gestiegen. Als wir an der Schule von seinen Grosskindern vorbei fuhren, hob er sich auf und blickte nach draussen. Er hatte diese noch nie gesehen, obwohl sie relativ nahe von seinem Zuhause liegt.

Ich hätte noch mehr tragische Geschichten zu erzählen, doch ich möchte mich nun dem Schönen zuwenden. Im Projekt gibt es zusätzlich zum Hospice noch einen Kindergarten/Primarschule für 40 Kinder im Alter von 3-6 Jahren. Die Kleinen kommen immer morgens und nehmen in der Schule das Frühstück und Mittagessen ein, so haben sie auf alle Fälle zwei ausreichende Mahlzeiten pro Tag. Die Kinder sind soooooo süss, schwarze Kinder mochte ich schon immer. Oftmals hört man das Lachen und der Lärm der Kinder bis ins Hospice und das macht Freude. Obwohl die Kinder nach dem Mittagessen nach Hause könnten, sieht man sie nachmittags noch auf dem kleinen Spielplatz, da niemand sie abholt und sie noch zu klein sind, um den Weg nach Hause selber zu bewältigen.

Zudem gibt es montags und dienstags eine Familienplanungsberatungsstelle. Dort werde ich nächste Woche mitarbeiten.

Gleich in der ersten Woche sind wir für 5 Tage verreist. Unsere Reise begann gut🙂 Der Bus hatte zwei Stunden Verspätung. Das wäre noch nicht schlimm gewesen, doch wenn man bedenkt, dass wir vorher schon fünf Stunden bei 32 Grad gewartet haben, zuvor zwei Stunden mit dem Auto unterwegs waren und noch eine 7-stündige Busfahrt vor uns hatten, ist es schon eine recht lange Zeit. Na ja, wir nahmen es mit Humor. An das Warten habe ich mich schnell gewöhnt. Welcome in Africa🙂

Claudia Kohler pointing at rhino219

Claudia im Nationalpark

Von 7 Uhr morgens bis 24 Uhr abends waren wir unterwegs. Ich muss sagen, das lange Warten hat sich gelohnt, Livingstone war super🙂 Die Victoria Falls gehören zum UESCO Weltkulturerbe und sind beeindruckend. Der Mosi oa Tunya Nationalpark haben wir sehr genossen. Giraffen, Affen, Elefanten, Nashörner, Wildschweine, … die Tiere waren bezaubernd. Das Elefantenreiten war wunderschön und das Bungee Jumping war ein einmaliges Erlebnis. Die Fahrt nach Hause verlief um einiges schneller- zum Glück.

Mosi oa Tunya Nationalpark

Mosi oa Tunya Nationalpark

So, das waren meine ersten 10 Tage in Afrika und es gefällt mir gut. Mit meiner Fachperson Regina und der anderen Hoplaa Praktikantin Claudia verstehe ich mich sehr gut.

I wünsche euch aune as schöns Wuchenend usum warme Kabwe u a gueti Zyt i de chauti Schwiz DSCN0193

Victoria Falls Bungee Zimbabwe Zambia-17

Bungee Jumping

Eine Antwort to “Mein erster Eindruck von Sambia”

  1. Christine 19. März 2013 um 12:34 #

    Liebe Jasmin, Liebe Claudia. Besten Dank für euren Bericht und für die Bilder! Wünsche euch weiterhin alles Gute, Christine (HOPLAA)

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