Abschied Hospice

23 Apr

In der letzten Zeit ist viel gelaufen und ich möchte euch wieder auf den neusten Stand bringen.

Über Ostern waren wir für vier Tage in Monze. Zusammen mit Regina, Claudia, Ueli und Judith (zwei andere BMI Fachpersonen), Laura und Ben habe ich die erholsame Zeit sehr genossen. Wir haben gelesen, viel gespielt und den Lochinvar Nationalpark besichtigt. Mit zwei Fahrzeugen sind wir durch den Busch gefahren und haben u.a.  eine Herde Zebras bestaunt.

Ueli und Judith haben uns eingeladen, ihr Projekt in Mpanshya anzuschauen. Also fuhren nach unserem Aufenthalt in Monze spontan mit ihnen mit. Ueli bildet in der Werkstatt sowohl theoretisch wie auch praktisch Schreinerlehrlinge und Lehrer aus. Judith hat Häuser für ältere Menschen aufgebaut, die sich nicht mehr um sich selbst kümmern können und keine Verwandtschaft haben. Um Einkommen zu erwirtschaften, betreibt sie eine Bäckerei. Nach weiteren vier Tagen in Mpanshya sind wir wieder zurück nach Kabwe gefahren. In der Hauptstadt Lusaka mussten wir eineinhalb Stunden warten, da der Bus erst abfährt, wenn er voll ist. Später hat unsere Fachperson Regina erzählt, dass sie schon dreieinhalb Stunden gewartet hat. Da hatten wir noch Glück :)

Meine Zeit hier in Kabwe ist bald abgelaufen. Am Dienstag fahren wir ans Landestreffen (alle BMI-Fachpersonen treffen sich) und anschliessend gehen wir für einen Monat zu Renate nach Momba. Sie ist Pflegefachfrau und arbeitet im home based care, das heisst, sie pflegt die Menschen zu Hause und bildet gleichzeitig einheimisches Pflegepersonal aus.

Leider müssen wir uns von Regina, vom Kinderzentrum und vom Hospice verabschieden. Es war eine sehr schöne Zeit, ich habe es sehr genossen.Es gab tragische, traurige und prägende Erlebnisse, aber auch viele wunderschöne Begegnungen, die ich für den Rest von meinem Leben nicht mehr vergessen werde. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir in der Schweiz das Recht auf Bildung und ein Dach über dem Kopf haben. Ich bin sicher, dass ich von diesem Praktikum für mein Leben einiges mitnehmen kann und ich schätzte es, dass ich überhaupt die Möglichkeit hatte, so ein Praktikum zu absolvieren.

Zum Schluss nochmals einige Bilder von meinem Aufenthalt in Kabwe.

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Unsere Jane

20 Apr

Gleich am Anfang von unserem Praktikum haben wir Jane kennengelernt. Für Untersuchungen fuhren wir mit ihr ins General Hospital. Es stellte sich heraus, dass sie Gebärmutterhalskrebs hat. Wenn wir das General Hospital mit drei Worten beschreiben müssten, würden wir sagen: warten, warten, warten. Wir erleben, dass die Arbeitsabläufe in Sambia nicht gleich koordiniert ablaufen wie in Europa.

Der Morgen war gelaufen. Für die Sambianer ist es üblich lange zu warten, deshalb beschweren sie sich auch nicht. Für uns Europäer ist es teilweise anstrengend, es verbraucht unnötig viel Zeit, die wir anders besser einsetzen könnten.

Jane wurde nach Lusaka verlegt, da eine Operation geplant war. Da die Blutwerte zu schlecht waren, wurde sie trotzdem nicht operiert. Sie wurde nach Hause entlassen und durch die mangelnde Ernährung wurde Jane immer schwächer.

Mit unserem Fahrer haben wir Jane zu Hause wieder abgeholt und zurück ins Hospice gebracht. Es kam uns vor, wie wir durch ganz Sambia gefahren wären. Für diese Fahrt benötigten wir sieben Stunden. Wir sind wortwörtlich durch den Busch gefahren. Es war weit und breit kein Haus mehr zu sehen, oftmals musste der Fahrer, der übrigens sehr talentiert ist, wieder rückwärts fahren. Wir haben uns schon darauf eingestellt, dass wir irgendwann stecken bleiben und das Fahrzeug aus einem Graben stossen müssen. Doch dank unserem Fahrer Kenneth ist alles gut gelaufen und wir kamen mit Jane heil im Hospice an.

Wir sind sicher, dass Jane dem Hospice sehr dankbar ist. Durch das Hospice hat Jane eine fürsorgliche Pflege, Medikamente, eine ausgewogene Ernährung und ein sauberes Bett. Auch für uns war es schön, Jane nochmals bei uns im Hospice aufzunehmen.

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Unsere Esnart- eine Erfolgsgeschichte

28 Mär

Heute möchte ich die beeindruckende Geschichte von Esnart erzähle, die mich sehr berührt hat.

Esnart hatte kein Geld, um Nahrung zu kaufen und wurde schwer krank. Da sich niemand um sie kümmerte, sie tagelang im Urin lag und dadurch immer dieselben Körperstellen belastet wurden, wurde die 50-Jährige im August 2012 mit diversen Dekubitis (Druckgeschwüre) am Steissbein, an den Hüften und anderen Körperstellen im Hospice aufgenommen. Die Dekubitis waren so tief, dass man die Knochen sehen konnte. Die Patientin war bettlägerig, inkontinent, massiv unterernährt und hat zudem Knochentuberkulose und ist HIV-positiv. Sie war depressiv und hatte starke Schmerzen. Mit Verbandsmaterial aus Europa (ob es überhaupt Wundauflagen hat, hängt stark von Spenden ab), mit alternativer Medizin (Honig, wirkt antibakteriell), Nahrungszufuhr, Vitamintabletten und medikamentöser Behandlung konnte das Pflegepersonal die Dekubitis deutlich verkleinern und Esnart`s Allgemeinzustand verbessern.

Das waren die Erzählungen von unserer Fachperson Regina. Nach über sechs Monaten Aufenthalt im Hospice habe ich Esnart ganz anders erlebt: aufgestellt, die Wunden müssen noch täglich behandelt werden, sehen aber gut aus, sie ist mit dem Böckli selbstständig mobil, kontinent und wirkt zufrieden.

Wenn ich Esnart sehe, lächelt sie mich an und winkt mir zu. Sie ist eine aufgestellte Frau, die sobald ihre Wunden ganz verheilt sind, entlassen werden kann. Das Hospice hat dieser Frau ein zweites Leben geschenkt.

Morgen fahren wir für die nächsten 5 Tagen nach Monsa :) Ich frueue mich darauf. As liebs Grüessli a ali :) Jasmin & Claudia

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Esnart, Claudia & ich

Zu Besuch bei Theo & Margrit in Mishikishi

27 Mär
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Theo

Letztes Wochenende (23./24. März) haben uns Theo und Margrit in Mishikishi herzlich empfangen. Souverän führt das pensionierte Ehepaar zusammen mit 10 Sambianer eine Farm mit Schweinen, Ziegen, Bienen und Hühner. Hinzu kommen u.a. Bananen-, Mango-, Papaya-, Zitronen- und Orangenbäume. Stolz zeigte uns Theo seine Sonnenblumen- und Popcornmaisfelder. Als wir beim Abendessen den selbstgemachten Zopf, den Honig, das Gemüse aus dem riesigen Garten und den wirklich ausgezeichneten Mangosaft über alles lobten, strahlten die zwei über beide Ohren.
Seit drei Jahren geben die Schweizer Theo und Margrit ihr Wissen über die Landwirtschaft an Sambianer weiter. Da die BMI (Bethlehem Mission Immensee) für dieses Projekt noch keinen Nachfolger gefunden hat, haben Theo und Margrit ihren Einsatz verlängert. Von den früheren Erfahrungen in anderen Entwicklungsländern (Äthiopien, Lesotho, Bangladesch & Papua Neuguinea) profitieren sie.

Am Sonntag besuchten wir den Gottesdienst und anschliessend fuhren wie nach Nsoda, wo es 48 Fischteiche, wunderschöne Lodges und ein Restaurant gibt.

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Nsoda

Theo und ich konnten es nicht lassen, einen Abstecher ins Wasser zu machen und die Fische zu betrachten. Doch das Anschauen alleine reichte uns nicht, später genossen wir die Fische auf unserem Teller :)

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Claudia mit dem Krokodil

 

Während unserem Spaziergang konnten wir ein Krokodil betrachten und im Schlangenhaus sogar eines in den Händen halten.

Nach einer turbulenten Fahrt mit dem Minibus (hat Platz für 15 Personen, wir waren 22 (!!!), dazu noch schreiende Kinder und ständige Stopps) sind wir wieder glücklich in Kabwe angekommen.

 

Von Herzen möchte ich Theo und Margrit für ihre Gastfreundschaft danken!!! :)

Jasmin

As Grüessli usum Chinderzentrum :)

22 Mär

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Mein erster Eindruck von Sambia

16 Mär
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Claudia & ich

Seit 10 Tagen bin ich schon in Afrika, doch es erscheint mir viel länger, da ich während dieser kurzen Zeit sehr viele neue, interessante Eindrücke sammeln konnte. Am 4. März flog ich von Zürich nach Johannesburg, wo ich mich mit Claudia getroffen haben. Zusammen sind wir nach Lusaka (Hauptstadt von Sambia) geflogen. Als ich um 17.45 Uhr aus dem Flugzeug stieg, kam mir ein warmer Wind entgegen. Für die 25 Grad war ich definitiv zu warm angezogen. Wir übernachteten in Lusaka, da es zu spät war, um noch nach Kabwe (Praktikumsort) zu reisen. In der Schweiz wären die 140 km, welche zwischen Lusaka und Kabwe liegen, ohne Probleme machbar gewesen. Doch in Sambia sind die Strassen in einem schlechten Zustand und es ist sehr gefährlich, nach der Dämmerung noch Auto zu fahren.

Am nächsten Tag, als wir endlich in Kabwe ankamen, war es schon fast wieder an der Zeit Feierabend zu machen. Dennoch konnte ich einen kurzen Einblick vom Projekt gewinnen. Das Hospice, das Platz für 16 Patienten hat, ist sehr tragisch. Die Patienten leiden an Aids und/oder Tuberkulose. Sie sind völlig abgemagert, da ihnen das Geld fehlte, um überhaupt Nahrung zu kaufen. Oftmals haben  diese Menschen nur eine Mahlzeit pro Tag und diese besteht fast ausschliesslich aus Nshima (wie Polenta, ausser aus dem Kolben vom weissen Mais). Im Hospice bekommen die Patienten kostenlos drei Mahlzeiten, Medikamente und eine fürsorgliche Pflege.

Gestern haben wir einen älteren Mann in einem Armenviertel abgeholt und ins Hospice gebracht. Er war vom Urin völlig nass, da sein Katheter nicht mehr richtig in der Blase lag. Die Familie lebt in einer kleinen Hütte, gekocht wurde draussen, es hatte nur eine Pfanne und ein Feuer. Dieser Grossvater muss seine Enkelkinder grossziehen, da deren Eltern verstorben sind. Doch wie will jemand, der über keine finanziellen Mitteln verfügt, nicht lesen und schreiben kann und selber krank ist, sich noch um Grosskinder sorgen? Eine Enkelin ist zwölf Jahre alt, geht erst seit kurzem zur Schule (jeden Tag 4 Stunden Fussmarsch) und ihre ältere Schwester zwang sie zur Prostitution. Da läuft einem ein Schauer über den Rücken, wenn man dieses Mädchen ansieht und deren Geschichte kennt. Mit minimalen Kräften ist der ältere Mann in das Fahrzeug vom Hospice gestiegen. Als wir an der Schule von seinen Grosskindern vorbei fuhren, hob er sich auf und blickte nach draussen. Er hatte diese noch nie gesehen, obwohl sie relativ nahe von seinem Zuhause liegt.

Ich hätte noch mehr tragische Geschichten zu erzählen, doch ich möchte mich nun dem Schönen zuwenden. Im Projekt gibt es zusätzlich zum Hospice noch einen Kindergarten/Primarschule für 40 Kinder im Alter von 3-6 Jahren. Die Kleinen kommen immer morgens und nehmen in der Schule das Frühstück und Mittagessen ein, so haben sie auf alle Fälle zwei ausreichende Mahlzeiten pro Tag. Die Kinder sind soooooo süss, schwarze Kinder mochte ich schon immer. Oftmals hört man das Lachen und der Lärm der Kinder bis ins Hospice und das macht Freude. Obwohl die Kinder nach dem Mittagessen nach Hause könnten, sieht man sie nachmittags noch auf dem kleinen Spielplatz, da niemand sie abholt und sie noch zu klein sind, um den Weg nach Hause selber zu bewältigen.

Zudem gibt es montags und dienstags eine Familienplanungsberatungsstelle. Dort werde ich nächste Woche mitarbeiten.

Gleich in der ersten Woche sind wir für 5 Tage verreist. Unsere Reise begann gut :) Der Bus hatte zwei Stunden Verspätung. Das wäre noch nicht schlimm gewesen, doch wenn man bedenkt, dass wir vorher schon fünf Stunden bei 32 Grad gewartet haben, zuvor zwei Stunden mit dem Auto unterwegs waren und noch eine 7-stündige Busfahrt vor uns hatten, ist es schon eine recht lange Zeit. Na ja, wir nahmen es mit Humor. An das Warten habe ich mich schnell gewöhnt. Welcome in Africa :)

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Claudia im Nationalpark

Von 7 Uhr morgens bis 24 Uhr abends waren wir unterwegs. Ich muss sagen, das lange Warten hat sich gelohnt, Livingstone war super :) Die Victoria Falls gehören zum UESCO Weltkulturerbe und sind beeindruckend. Der Mosi oa Tunya Nationalpark haben wir sehr genossen. Giraffen, Affen, Elefanten, Nashörner, Wildschweine, … die Tiere waren bezaubernd. Das Elefantenreiten war wunderschön und das Bungee Jumping war ein einmaliges Erlebnis. Die Fahrt nach Hause verlief um einiges schneller- zum Glück.

Mosi oa Tunya Nationalpark

Mosi oa Tunya Nationalpark

So, das waren meine ersten 10 Tage in Afrika und es gefällt mir gut. Mit meiner Fachperson Regina und der anderen Hoplaa Praktikantin Claudia verstehe ich mich sehr gut.

I wünsche euch aune as schöns Wuchenend usum warme Kabwe u a gueti Zyt i de chauti Schwiz DSCN0193

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Bungee Jumping

Wir Hoplaa’s- 1. Vorbereitungstreffen

14 Nov

Mein erster Blogeintrag :) Juuuupppiiiii!!!! Das sind alle PraktikantInnen, die freiwillig mit der BMI in der Entwicklungszusammenarbeit mitarbeiten :) Ich habe zusammen mit ihnen schon 2 lustige Wochenende erlebt und freue mich auf zwei weitere Tage. In vier Monaten bin ich schon in Sambia, doch momentan geniesse ich noch mein Praktikum im Jugendprojekt Alpenrose in Gadmen… Gruss Jasmin

 

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